Gefälleplanung: Aus 14 mach 2

Innovativ und wirtschaftlich mit LORO-X Dachentwässerungssystemen

Die Bedeutung des „Preis pro Liter” am Beispiel eines Neubauprojektes mit 1780m2 Dachfläche Bei Flachdächern hängt die Planung der Dachentwässerungssysteme insbesondere mit der Gefälleplanung auf dem Dach zusammen. Die Zusammenarbeit zwischen Architekten, Planern und Verarbeitern mit dem Hersteller der Dachentwässerungssysteme sollte daher rechtzeitig beginnen. Gemeinsam mit dem technischen Service- Team des Herstellers kann die Wirtschaftlichkeit durch den Einsatz hochwertiger und leistungsstarker Komplettsysteme deutlich erhöht werden.

Bei dem „Neubauprojekt katholische Theresienschule in Berlin-Weißensee” wurde von Anfang an Wert auf Nachhaltigkeit, Langlebigkeit und Wirtschaftlichkeit in allen Bereichen gelegt. So sollten bei einem frühzeitigen Gespräch mit dem LORO Außendienst auch die Optimierungsmöglichkeiten im Bereich der Dachentwässerung besprochen werden.

Der Preis pro Liter bzw. der Preis pro Quadratmeter der zu entwässernden Dachfläche konnte durch eine innovative Umplanung optimiert werden. Bereits bei der ersten Besprechung wurde deutlich, dass leistungsstärkere LORO-X Komplettsysteme aus verzinktem Stahl verwendet werden sollen, um die Kosten zu senken und den Innenraum des Gebäudes besser nutzen zu können.

Gefälleplan

Jeder Tiefpunkt benötigt eine Haupt- und eine Notentwässerung

Durch die Planung der Tiefpunkte auf Flachdächern wird die Dachfläche in mehrere Teilflächen eingeteilt, für die die Bemessung der Entwässerung jeweils separat betrachtet werden muss.

Es können einzelne Tiefpunkte oder sogenannte Tiefpunktlinien geplant werden, entlang derer mehrere Haupt- und Notabläufe gleichmäßig verteilt werden.

Für jeden Tiefpunkt und für jede Tiefpunktlinie sind mindestens eine Hauptentwässerung und eine Notentwässerung vorzusehen.

DIN 1986-100 5.8.2.1 Flachdächer Allgemeines: "(...) Bei Starkregenereignissen oberhalb des Berechnungsregens kann es zu Überflutungen (Aufstau) auf den Dachflächen kommen. Deshalb müssen grundsätzlich jedem Entwässerungstiefpunkt auf dem Dach neben dem Ablauf eine Notentwässerung zugeordnet werden."

Optimierung

Im Idealfall wird LORO bereits bei der Planung der Tiefpunkte auf dem Dach mit einbezogen. So kann von Anfang an ein optimales Entwässerungskonzept für das Gebäude entwickelt werden. Auch für Druckströmungssysteme mit mehreren Abläufen an einer Sammelleitung ohne Gefälle unterstützt Sie unser Service-Team gerne auf Basis Ihrer Zeichnungen mit dem objektbezogenen hydraulischen Abgleich.

Gemeinsam wird dann ein Optimum für die Größe und Position der Teilflächen gefunden, sodass die Anzahl der Entwässerungspunkte minimiert und der Verlauf des Rohrsystems bereits festgehalten werden kann.

Bestandsaufnahme

Vorher wurde die Dachfläche in 2 Teilflächen aufgeteilt, bei denen jeweils eine eigene Tiefpunktlinie für die Entwässerung vorgesehen war. Entlang der Tiefpunktlinien waren 5 Hauptabläufe + 9 Notabläufe vorgesehen, die teilweise mit einer horizontalen Sammelleitung im Gebäude verbunden waren. Diese Variante war jedoch mit viel Arbeitsaufwand, entsprechenden Kernbohrungen durch das Dach, Abdichtungen und langen Rohrleitungen im Inneren des Gebäudes verbunden.

Neuplanung

Gemeinsam mit dem verantwortlichen Planer wurde als Ziel gesetzt, die Anzahl der Abläufe und Dachdurchführungen zu verringern, die Verlegung der Rohre zu vereinfachen und die Rohre - wenn möglich - vom Inneren des Gebäudes nach außen zu verlegen. Es sollte so wenige Durchbrüche wie möglich durch das Dach geben und das Gefälle so einfach wie möglich gehalten werden. Die Herausforderung lag insbesondere darin, die zwei Teilflächen zu einer gemeinsamen Tiefpunktlinie für das gesamte Dach zusammen zu bringen, um die Anzahl der notwendigen Entwässerungspunkte zu minimieren. Hierbei ist die Zusammenarbeit mit dem Hersteller der Gefälledämmung notwendig.

Die Planungsschritte

Berechnung der notwendigen Abflussleistung

Die Berechnung der notwendigen Abflussleistung für die gesamte Dachfläche erfolgt z.B. über www.loro.de mit der Online-Berechnung.

Die Berechnung für die Dachfläche von 1780 m2 ergab bei einer örtlichen Regenspende von 371/668 l/s/ha, dass die Abflussleistung der Hauptentwässerung mindestens 66 Liter pro Sekunde und die Abflussleistung der Notentwässerung mindestens 53 Liter pro Sekunde nach Norm betragen muss.

Eckdaten des Dachaufbaus

Anhand der Eckdaten des Dachaufbaus werden die passenden Dachabläufe ausgewählt. Dies kann z.B. über den Online-Konfigurator auf loro.de erfolgen.

Die Auswahl des passenden Systems führte dann recht schnell zu einem verblüffenden Ergebnis: Für die gesamte Fläche von 1780 m2 reicht jeweils 1 LORO-X DRAINJET-Schnellablaufsystem für die Hauptentwässerung und 1 Schnellablaufsystem für die Notentwässerung mit jeweils nur 1 Dachablauf. Die wichtigste Änderung bestand also in der Neuplanung des Gefälles auf dem Dach, damit das Regenwasser von der Dachfläche auch sicher zu den Hochleistungs-Entwässerungssystemen befördert wird.

Dass das vorgeschlagene Notentwässerungssystem LX961 einen Abfluss von bis zu 94,4 l/s bei 75 mm Wasserhöhe auf dem Dach leistet, bietet eine erhöhte Sicherheit bei unvorhersehbaren Starkregenereignissen gegenüber der normativen Berechnung auf Basis der durchschnittlichen Jahrhundert-Regenspende.

Anhand des LX-Datenblattes konnten Systemform und Systemleistung des Lösungsvorschlags direkt mit den baulichen Gegebenheiten des Projektes abgeglichen werden.

Auf einen Blick sind die Merkmale des Dachentwässerungssystems in der praktischen Merkmalleiste im LX-Datenblatt zu erkennen. Durch die im LX-Datenblatt zusammengefasste Merkmalleiste zusammen mit Abflusskurve und System-CAD-Zeichnung erhält der Planer nicht nur einen optimalen Leistungsnachweis für seinen Auftraggeber und Versicherer, sondern gleichzeitig auch eine anschauliche Darstellung der Dachentwässerung für die Verarbeiter auf der Baustelle.

Die Verlegung

Mit der neuen Gefälleplanung als eine einzige U-förmige Tiefpunktlinie konnten gleich mehrere Wünsche auf einmal erfüllt werden:

So konnte der Arbeitsaufwand deutlich reduziert werden. Statt 14 müssen nur noch 2 LORO-X Abläufe in die Dachfläche eingebaut werden. Die Abläufe liegen jeweils direkt über der Fallleitung, sodass keine horizontale Sammelleitung im Gebäude notwendig ist. Die ursprüngliche Position des Anschlusses der Fallleitung an die Regenwassersammelbehälter im Erdreich konnte beibehalten werden. Die witterungsbeständige, bruchfeste, rückstausichere und optisch ansprechende Fallleitung aus verzinktem Stahl liegt im Außenbereich des Vorbaus und somit nicht mehr im Gebäude.

Die Verlegung der beiden Dachentwässerungssysteme erfolgte komplett außenliegend durch den freiliegenden, überdachten Gang. So konnte die Fallleitung aus witterungsbeständigem und bruchfestem LORO-X Stahlabflussrohr problemlos montiert werden. Damit die LORO-X DRAINJET Dachabläufe mit dem praktischen Klemmflansch als Los- und Festflanschkonstruktion optimal mit Wasser versorgt werden können, wurde die Tiefpunktlinie an den Ablaufstellen verbreitert, um einen umlaufenden Zufluss zu sichern. Durch die neu geplante Tiefpunktlinie konnte die notwendige „Höhe” der Gefälledämmung deutlich reduziert werden, da die Entfernungen zwischen Tief- und Hochpunkten reduziert werden konnten.

Fazit

Durch die optimale Zusammenarbeit von Planer und LORO- X Service-Team konnte der Aufwand für die Dachentwässerung in der Summe deutlich reduziert werden. Entscheidend ist hierbei der „Preis pro Liter” für die gesamte Entwässerungslösung. Durch Hochleistungssysteme von LORO wurden ganz neue Möglichkeiten der Gefälleplanung möglich, sodass die Position der Abläufe und der Rohrführung für die rechteckige Dachfläche vereinfacht werden konnten. Da kein Durchbruch vom Dach in den Brandschutzbereich im Inneren des Gebäudes notwendig ist, sind potentielle Wärmebrücken auszuschließen und keine speziellen Brandschutzmaßnahmen zu ergreifen.

Die hochwertigen Komplettsysteme aus feuerverzinktem Stahl bieten langfristige Sicherheit und tragen zusätzlich zur Nachhaltigkeit des Gebäudes bei.

Normen

Null-Gefälle Tiefpunktlinien und die 20 m Abstandsregel

- DIN 1986-100 Kap. 14.2.5 Bei Null-Gefälle Tiefpunktlinien wird aufgrund der möglichen Bildung von ”Wasserbergen” empfohlen, einen Abstand von 20 m zwischen zwei Hauptabläufen sowie 10 m zwischen Haupt- und zugehörigem Notablauf nicht zu überschreiten.

- DIN 1986-100 Kap. 14.2.6 Bei größeren Abständen soll der doppelte Überstau als Dachlast am Hochpunkt zwischen den Abläufen angenommen werden.

Hinweis: Oft kann der oben genannte Abstand zugunsten leistungsstärkerer Entwässerungssysteme überschritten werden, wenn die Statik an planmäßigen Tiefpunktlinien entsprechend geplant wird. Es werden dann oftmals weniger Abläufe als herkömmlich benötigt.

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